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Siegfried Seibert Technisches ManagementInnovationsmanagement - Projektmanagement - Qualitätsmanagement © Copyright Siegfried Seibert 2006
Die folgende Leseprobe wurde aus Abschnitt 6.1 des Buches entnommen.Inhaltsübersicht (Ausblenden) 1. InnovationsplanungZiel der Innovationsplanung ist die Erarbeitung und Auswahl von Geschäftskonzepten für künftige Innovationsprojekte. Dazu ist eine systematische Vorgehensweise mit folgenden Hauptschritten zweckmäßig:
Die einzelnen Planungsaufgaben werden im allgemeinen von einer oder mehreren der folgenden Organisationseinheiten wahrgenommen:
Diese organisatorischen Gestaltungsmöglichkeiten sind häufig in kombinierter Form anzutreffen. Kleinere Unternehmen, die nur sporadisch Innovationsvorhaben durchführen, tun dies meist mit temporären Planungsteams oder beauftragen einen Unternehmensberater. Größere Unternehmen, bei denen die Innovationstätigkeit eine Daueraufgabe ist, richten ständige Planungsabteilungen und Planungskomitees ein, wobei fallweise auch projektbezogene Planungsteams und Berater eingebunden werden. 1.1 Festlegung von InnovationssuchfeldernFür eine zielführende Planung von Produktinnovationen ist es notwendig, zunächst einen Rahmen zur Suche nach Innovationsideen abzustecken. Die einzelnen Teilbereiche dieses Rahmens bezeichnet man als Innovationssuchfelder. Ansatzpunkte zur Festlegung solcher Suchfelder ergeben sich meist bereits aus der Innovationsstrategie. Die entsprechenden Überlegungen sind nun weiterzuführen und zu konkretisieren. Die festgelegten Suchfelder sollten dabei einerseits so präzise sein, daß sie eine konkrete Ausrichtung der Ideenfindung ermöglichen, andererseits aber auch breit genug definiert sein, um zur Suche nach neuartigen, kreativen Lösungsansätzen anzuregen. Ein geeignetes Instrument zur Festlegung erfolgsträchtiger Bereiche für die Ideensuche ist die Suchfeldmatrix. In einer Suchfeldmatrix werden die Know-how-Stärken des Unternehmens einer Liste attraktiver Marktsegmente gegenüber gestellt:
In Großunternehmen finden sich schnell einige hundert Know-how Stärken und attraktive Marktsegmente. Know-how-Stärken und Marktsegmente sind in diesem Fall hinsichtlich ihrer Bedeutung in verschiedenen Gruppen oder in einer Rangreihe zu ordnen. Im allgemeinen sollten in eine Suchfeldmatrix nicht mehr als jeweils 20 bis 25 solcher Know-how-Stärken und Marktsegmente eingehen. Die so erhaltene Suchfeldmatrix wird ausgewertet, indem für jedes Marktsegment zellenweise überprüft wird, welche Know-how-Anwendungen denkbar sind und interessant erscheinen. Aus den interessanten Bereichen der Matrix werden so Suchfeldvorschläge abgeleitet (vgl. VDI 1978, S. 12ff., Kramer 1987, S. 288ff.). Diese Suchfeldvorschläge werden bewertet und daraus die attraktivsten Vorschläge ausgewählt. Auf diese Vorschläge konzentriert sich die anschließende Ideensuche. Be-wertungskriterien für die Auswahl sind:
Beispiel: Systematische Innovationsplanung HirschmannDie Radiotechnischen Werke Hirschmann in Esslingen am Neckar wurden in den 20er Jahren von Richard Hirschmann, dem Erfinder des Bananensteckers, gegründet. Anfang der 70er Jahre hatte das Unternehmen eine breite Palette an Auto- und Fernsehantennen sowie an Steckverbindungen mit rund 3.000 Einzelprodukten und 10.000 Varianten. 1973/74 wurde mit 3.100 Mitarbeitern ein Umsatz von rund 140 Mio. DM erzielt, ein knappes Viertel davon auf Auslandsmärkten. Das Unternehmen hatte Werke in Deutschland, Österreich, Spanien und Südafrika und Vertriebsnie-derlassungen oder Vertretungen in über 70 Ländern weltweit (vgl. Hirschmann/Kramer 1979). Eine interne Analyse zeigte für die Produktgruppen des Unternehmens eine zunehmende Markt-sättigung auf. Man ermittelte eine Umsatzlücke von rund 10 Mio. DM, die zur Beschäftigungssicherung innerhalb von 6 Jahren durch neue Produkte aufgefüllt werden mußte. Im Rahmen der Innovationsstrategie wurde außerdem festgelegt, daß nicht nur ein singuläres Einzelprodukt, sondern eine ausbaufähige Produktfamilie aufgebaut und daß diese neue Produktfamilie mit dem im Unternehmen vorhandenen technischen Know-how realisiert werden sollte. Im einzelnen wurden mit der neuen Produktlinie folgende Ziele angestrebt:
Zur Innovationsplanung wurde ein Kernteam gebildet, das aus dem Marketingleiter und einem Abteilungsleiter aus der Entwicklung bestand. Außerdem wurde ein Beratungsauftrag an ein externes Forschungs- und Beratungsinstitut vergeben, das für eine systematische Vorgehensweise und für neue Ideen sorgen sollte. Um die Akzeptanz der Innovation bei Führungskräften und Mitarbeitern zu gewährleisten, wurde dieser Personenkreis von Anfang an umfassend über das Vorhaben informiert und immer wieder in den Ablauf einbezogen. Zur Festlegung von Suchfeldern für die Ideenfindung, wurde auf Basis einer internen Stärken-Schwächen-Analyse die im Bild auszugsweise dargestellte Suchfeldmatrix erarbeitet. In der Matrix wurden die Stärken des Unternehmens zukunftsträchtigen Problemlösungsversuchen ge-genüber gestellt. Die einzelnen Zellen der Matrix wurden durch Geschäftsleitung, Projektteam und einen Kreis von rund 50 Führungskräften des Unternehmens bewertet. Als Ergebnis der Bewertung wurden etwa 10 interessante Felder für die Ideenfindung ausgewählt, beispielsweise Sicherheit, Kraftfahrzeugtechnik, Freizeit und Reisen, Meß- und Regelungstechnik, Medizin und Gesundheit sowie Bau- und Installationsgeräte. ![]() Suchfeldmatrix zur Bestimmung firmenspezifischer Innovationsfelder 1.2 InnovationsideenfindungIn der Ideenfindungsphase sollen konkrete Ansatzpunkte für Innovationen erarbeitet werden. Da die Ideenausfallrate während des Innovationsprozesses sehr hoch ist, benötigt man möglichst viele kundennahe und originelle Ideen, um die Erfolgswahrscheinlichkeit für einen Markterfolg zu steigern. Zur Innovationsideenfindung können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen. Die folgende Tabelle gibt dazu einen Überblick. ![]() Methoden zur Findung von Innovationsideen Nach dem Neuheitsgrad der gefundenen Ideen unterscheidet man zwischen Methoden der Ideensammlung und Methoden der Ideenproduktion. Außerdem unterscheidet man nach der Herkunft der Ideen zwischen unternehmensinternen und unternehmensexternen Ideenquellen. Der einfachste Weg der Innovationsideenfindung ist die systematische Sammlung und Auswertung vorhandener oder leicht zu beschaffender Informationen. Auf diese Weise kann mit relativ geringem Aufwand bereits eine Anzahl von Innovationsalternativen erfaßt werden. Die Vorgehensweise hat jedoch den Nachteil, daß die meisten dieser Ideen, insbesondere wenn sie aus externen Quellen stammen, auch anderen (z. B. Wettbewerbern) ohne größere Probleme zugänglich sind und daß die Ideen eher einen geringen Neuheitsgrad aufweisen. Die Ideensammlung muß daher durch Verfahren zur Generierung bzw. Produktion neuartiger Ideen ergänzt werden. Die gezielte Generierung neuartiger Ideen ist zwar aufwändiger, führt aber auch zu originelleren Ideen als die reine Ideensammlung. Auch bei der Innovationsideenfindung sollte daher systematisch vorgegangen werden. Als zweckmäßig hat es sich erwiesen, zunächst die Kenntnisse in den ausgewählten Suchfeldern zu vertiefen, dann schlecht gelöste Kundenprobleme in den Suchfeldern zu ermitteln und schließlich gezielt nach Ideen zur Lösung dieser Kundenprobleme zu suchen (Geschka 1992). Vertiefung der Kenntnisse in den ausgewählten SuchfeldernZur Vorbereitung auf die eigentliche Ideenfindung sind die Kenntnisse in den ausgewählten Suchfeldern zu vertiefen. Dabei geht es insbesondere darum, längerfristige Trends zu erkennen und zu analysieren, aus denen sich Chancen für neue Marktlücken in den betreffenden Segmenten ergeben könnten, insbesondere
Informationsquellen dafür sind hauptsächlich die Auswertung interner und externer Veröffentlichungen sowie sekundärstatistischer Quellen. Ermittlung schlecht gelöster KundenproblemeDurch die Identifikation schlecht gelöster Kundenprobleme soll eine hohe Kundennähe der Innovationsideen gewährleistet werden. Verbreitete Methoden hierzu sind Kunden- und Expertenbefragungen sowie die Analyse der Stärken und Schwächen von Wettbewerbsprodukten. Auch die in Abschnitt 2.2 dargestellten Problemanalysetechniken können eingesetzt werden. Zu einem sachgerechten Methodeneinsatz ist es zweckmäßig zwischen folgenden Typen von Kundenproblemen zu unterscheiden:
Originäre Probleme betreffen dauerhafte, unmittelbar vorhandene Probleme der Kunden. Abgeleitete Probleme beziehen sich auf die jeweilige Lösungstechnik für das übergeordnete, originäre Problem. Ihre Existenz ist daher von der Verwendung der betreffenden Lösungstechnik abhängig. Man unterscheidet verschiedene Stufen abgeleiteter Probleme. Je höher die Ableitungsstufe, um so eher kann bei einer technologischen Veränderung das Problem aufhören, zu bestehen, d. h. eine darauf gerichtete Problemlösung überflüssig werden (vgl. Gälweiler 1980).
Je grundlegender und dauerhafter eine Innovation sein soll, desto stärker sind für die Innovationsideenfindung originäre Kundenprobleme oder Probleme auf möglichst niedriger Ableitungsstufe zu bevorzugen. Probleme auf einer höheren Ableitungsstufe führen demgegenüber nur zu inkrementalen "Mini-Innovationen", können nichtsdestotrotz den Abnehmern aber auch einen großen Nutzen stiften. Außerdem sind die Ansatzpunkte für solche Mini-Innovationen meist sehr viel zahlreicher sowie schneller und kostengünstiger zu realisieren als bei neuen Lösungen für originäre Probleme. Die Innovationsideenfindung darf sich im weiteren nicht nur auf die von den Kunden geäußerten aktuellen Probleme beschränken, sondern muß auch latente und potentielle Kundenprobleme einbeziehen. Zum Erkennen solcher, dem Kunden noch nicht bewußter, Probleme sind Kundenbefragungen nicht ausreichend. Welcher Verbraucher hätte 1980 bei einer Befragung zu seinen Konsumwünschen beispielsweise ein Mobiltelephon, einen Mikrowellenherd, einen CD-Player oder ein Telefaxgerät für den Privatgebrauch genannt. Innovative Unternehmen müssen ihren Kunden daher voraus sein und Lösungen für deren noch verborgene Wünsche anbieten. Dies erfordert eine eingehende Beschäftigung mit Bedürfnisstrukturen, Lebensstilen und Wunschträumen von Kunden heute und in der Zukunft. Hierzu werden folgende Instrumente eingesetzt (vgl. Kleinschmidt u. a. 1996, S. 119ff., Hamel/Prahalad 1992):
Als besonders erfolgversprechend gilt hierbei die Zusammenarbeit mit innovativen Anwendern (Leitkunden, "Lead-User"), die gegenüber anderen Kunden eine Trendset- terrolle spielen (vgl. Abschnitt 7.3.1). Sammlung und Generierung von Ideen zur Lösung der KundenproblemeFür die identifizierten Kundenprobleme sind möglichst originelle und neuartige Problemlösungsideen zu entwickeln. Originalität und Neuartigkeit können durch den Einsatz von Kreativitätstechniken angehoben werden. Die bekanntesten und verbreitetsten Kreativitätstechniken sind Brainstorming und Brainwriting sowie die Methode des morphologischen Kastens. Weitere für die Innovationsideenfindung wichtige Techniken sind beispielsweise, die Synektik, die Reizwortanalyse und Methoden der visuellen Konfrontation. Diese Methoden wurden bereits bei den grundlegenden Problemlösungstechniken in Abschnitt 2.3 behandelt. Bei der Sammlung und Generierung von Produktideen ist das Informationsmanagement an den Nahtstellen zwischen Marketing, F&E und Fertigung von besonderer Bedeutung. Häufig existieren Informationen über ungelöste Kundenprobleme im Marketing, Ideen zum Einsatz neuer Technologien in der F&E-Abteilung und Ideen zur Verfahrensverbesserung in der Fertigung. Erst der funktionsübergreifende Informationsaustausch führt zu erfolgversprechenden Innovationsvorschlägen. Am Ende der Ideensuche liegen in der Regel eine große Zahl von Ideen mit unterschiedlichen Konkretisierungsgraden vor: Reine Problembeschreibungen, einzelne mehr oder weniger konkrete Produktideen und umfassende Konzepte, die eine Vielzahl von Einzelideen beinhalten. Dieses Konglomerat von Ideen ist als Ergebnis der Ideenfindung zu sinnvollen Innovationsvorschlägen aufzubereiten. Die Vorschläge sollten auf ein bis zwei Seiten Aussa- gen zu folgenden Punkten enthalten:
Beispiel: Ideenfindung zur Innovationsplanung HirschmannDie Ideenfindung im Rahmen dieses Projektes orientierte sich an den vorher festgelegten Suchfeldern. Zur Ideensuche wurden verschiedene Wege beschritten:
Insgesamt wurden auf diese Weise rund 400 sehr unterschiedliche Ideen für neue Hirschmann-Produkte gefunden, wie etwa Raumklimaüberwachung durch Farbanzeige, Systeme zur Datensicherung in Unternehmen, Gasdrucküberwachung, Fernanzeige des Reifendrucks, elektronische Briefkastenanzeiger, Sicherheitsschlösser, Schwimmfahrrad oder ein TV-Spielgerät. Dabei wurden viele Ideen bereits sehr konkret ausgearbeitet. Beispielsweise wurden 13 verschiedene Ansätze zur Fernanzeige des Reifendrucks gefunden. Am Ende der Ideenfindungsphase wurde eine Bereinigung des Ideenmaterials vorgenommen. Dabei wurden verwandte Ideen zu Produktfamilien zusammengefaßt sowie Doppelnennungen und offensichtlicher Unsinn ausgeschieden. Die Ideenanzahl wurde dadurch von 400 Ideen auf 200 Ideen halbiert, die zu Produktvorschlägen ausgearbeitet wurden. 1.3 Ideenbewertung und -vorauswahlDie Bewertung und Vorauswahl der Produktvorschläge hat die Aufgabe, die gefundenen Ideen zu Produktgrobkonzepten zu verdichten und daraus diejenigen Vorschläge auszuwählen, die für das Unternehmen den größten Erfolg versprechen. Die Auswahl kann durch die verschiedenen qualitativen Bewertungsmethoden erfolgen, die in Abschnitt 2.4 vorgestellt wurden. Wenn sehr viele Ideen zur Auswahl anstehen, ist ein stufenweises Bewertungsverfahren zweckmäßig, bei dem die Schärfe der Kriterien sowie der Umfang und die Tiefe der berücksichtigten Informationen in Abhängigkeit vom Konkretisierungsgrad der Produktideen schrittweise erhöht wird. Beispiel: Ideenbewertung und -auswahl HirschmannZur effizienten Bewertung und Auswahl der 200 vorliegenden Ideenbeschreibungen wurde ein mehrstufiges, in den Methoden immer detaillierter werdendes Vorgehen gewählt:
![]() Kriterien und Punktevergabe bei Neuproduktbewertungen Entscheidend für die Qualität der Ideenauswahl sind die zur Bewertung verwendeten Kriterien sowie deren Gewichtung und die zur Punktevergabe verwendeten Bewertungsschlüssel. Das Bewertungssystem muß sich dabei an den Erfolgsfaktoren für Innovationsvorhaben und an den unternehmensspezifischen Innovationszielen orientieren. In der Literatur wurden dazu eine Reihe möglichst allgemeingültig gehaltener Kriterienkataloge veröffentlicht. Die Tabelle zeigt exemplarisch ein solches Bewertungsschema. In der Praxis erfolgen Auswahlentscheidungen meist intuitiv im Rahmen von Gruppendiskussionen. Systematische Punktebewertungen und Marktanalysen zur Auswahl der Ideen sind eher selten. Diese Vorgehensweise ist äußerst problematisch und führt häufig zu mangelhaften Auswahlentscheidungen (Meffert 1998, S. 418). In mehreren empirischen Untersuchungen wurde nachgewiesen, daß durch die Anwendung analytischer Bewertungsverfahren die Rate fehlerhaft ausgewählter Produktvorschläge, die später zu Flops führen, deutlich reduziert werden kann. Zwar steigt dabei auch die Wahrscheinlichkeit, potentiell erfolgreiche Produktvorschläge abzulehnen. Die Ausscheidung eines einzelnen erfolgsträchtigen Vorschlags ist jedoch hinnehmbar, wenn durch das Aus-wahlverfahren genügend andere, erfolgsträchtige Ideen erkannt und weiterverfolgt werden. Insgesamt sind die besten Auswahlentscheidungen dann zu erwarten, wenn
Nutzwertanalysen mit umfangreichen Kriterienkatalogen sind bei Vorauswahlentscheidungen somit nicht erforderlich und zu aufwendig. Sie können jedoch in erweiterter Form, als Kosten-Nutzen-Analysen oder als technisch-wirtschaftliche Bewertungen, die in den folgenden Phasen angestellten Wirtschaftlichkeitsanalysen unterstützen und dabei zu ausgewogeneren und transparenteren Entscheidungen beitragen. 1.4 Konzeptentwicklung und WirtschaftlichkeitsbeurteilungNach Abschluß der Vorauswahl, sind für die positiv beurteilten Vorschläge detaillierte technische und geschäftliche Konzeption auszuarbeiten und einer ersten Wirtschaftlich-keitsbeurteilung zu unterziehen. Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden in einem Geschäftsplan zusammengefaßt, der als Grundlage für die Entscheidung zur Realisierung des Vorhabens dient. KonzeptentwicklungIm Rahmen der Konzeptentwicklung werden
Geeignete methodische Hilfsmittel für diese Arbeitsschritte sind u. a.
Bei den in dieser Phase notwendigen Marktuntersuchungen und anderen externen Kontakten ist darauf zu achten, daß die Konkurrenz nicht unnötig früh Informationen über das Innovationsvorhaben erhält. Kernbestandteil der Konzeptentwicklung ist das Produktkonzept. Das Produktkonzept bezieht sich sowohl auf die eigentlichen Produktfunktionen (den Grundnutzen des Produkts) und weitere physikalische Produktmerkmale als auch auf die Fertigungsmerkma-le, die ästhetischen und symbolischen Eigenschaften sowie die mit dem Produkt verbundenen Zusatzleistungen (vgl. Bild). Gestaltungselemente eines Produktes Bezüglich dieser Merkmalsdimensionen muß festgelegt werden, welche Anforderungen das neue Produkt genau erfüllen soll (Pflichtenheft) und wo es Vorteile gegenüber Kon-kurrenzprodukten aufweisen soll. Zur Festlegung der zu realisierenden Anforderungen kann die – in Japan entstandene und als „Kano-Modell“ bekannt gewordene – Unterscheidung in Grundmerkmale, Leistungsmerkmale und Begeisterungsmerkmale dienen (vgl. z. B. Pfeifer 1993, S. 31f.). Zum besseren Verständnis dieser drei Merkmalsgruppen dient ein Diagramm, in dem die subjektive Kundenzufriedenheit der objektiven Erfüllung von Kundenforderungen gegenübergestellt wird (vgl. Bild). Daraus werden folgende allgemeine Empfehlungen zur Bestimmung der für eine Innovation relevanten Merkmale abgeleitet:
Kano-Modell der Produktmerkmale Im Laufe der Zeit verschieben sich die Positionen zwischen diesen drei Merkmalskate-gorien. Frühere Begeisterungsmerkmale werden mit zunehmender Verbreitung immer mehr zu einem vom Kunden geforderten Standard, d. h. zu Leistungsmerkmalen und im weiteren sogar (zumindest in einzelnen Marktsegmenten) zu selbstverständlichen Grundmerkmalen. Typische Beispiele sind etwa Servolenkung und Sicherheitsmerkmale, wie das ABS, beim Auto oder die Zifferntastatur beim Telefongerät. Damit sich für das Unternehmen ein tragfähiger Wettbewerbsvorteil ergibt, ist es erforderlich, daß die ausgewählten Differenzierungsmerkmale, vom Kunden als wichtig eingestuft werden und von ihm auch tatsächlich wahrgenommen werden. Die Wichtigkeit der festgelegten Merkmale ist durch entsprechende Konzepttests am Markt zu überprüfen. Unternehmen begehen dabei häufig den Fehler, ihre Strategie auf Produkt-vorteilen aufzubauen, denen die Kunden keine besonders hohe Bedeutung beimessen. Beispiel: Falsche Prioritätensetzung bei ProduktmerkmalenAT & T brachte nach der Deregulierung des amerikanischen Telekommunikationsmarktes Mitte der 80er Jahre eine Serie phantasievoll gestylter, teurer Telefonapparate auf den Markt. Die Geräte verkauften sich kaum, während einfach gestaltete, leicht zu bedienende, zuverlässige und billige Geräte ein hohes Wachstum aufwiesen. Ein anderer amerikanischer Telefonnetzbetreiber richtete seine Leistung hauptsächlich auf die Schnelligkeit des Verbindungsaufbaus nach Abheben des Hörers aus. Den Kunden genügte jedoch ein Verbindungsaufbau innerhalb einer akzeptablen Zeitspanne (Grundmerkmal), ihr primäres Interesse galt einer klaren und störungsfreien Verbindung während des Gespräches. Bei diesem Kriterium lag das Unternehmen gegenüber anderen Netzbetreibern jedoch deutlich zurück. Zuletzt geändert am 08. Februar 2007
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Sprechstunde im SS 2012Im Vorlesungszeitraum i.d.R. dienstags um 13:30 Uhr Termin per Mail anmelden GPM Regionalgruppe Frankfurt am MainDie GPM Regionalgruppe Frankfurt bietet laufend Praxisvorträge aus dem Projektmanagement an. Studierende der Hochschule Darmstadt können als Gäste kostenfrei daran teilnehmen. Management-News im Google-PressespiegelManagementmethoden Deutschland - USA Projektmanagement Deutschland- USA |
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