Allgemeine Prüfungshinweise
Die Vorlesung wird am Ende des Semesters in einer 60-minütigen Klausur geprüft. Voraussetzung für die Teilnahme an der Klausur ist die Teilnahme an den Übungsterminen zur Vorlesung. Die Übungsteilnahme wird aufgrund der Hausarbeiten und Präsentationen sowie dem Engagement bei den Übungen benotet.
Die endgültige Veranstaltungsnote setzt sich dann zusammen aus 67% Klausuranteil (60 Punkte) und 33% Übungsanteil (30 Punkte). Zum Bestehen des Leistungsnachweises sind von den insgesamt 90 Punkten 45 Punkte erforderlich, für die Note "Sehr gut" (1,0) sind es 82.5 Punkte.
Aufbau der Klausur
Die Klausur setzt sich aus drei Fragenkomplexen mit jeweils 20 Punkten zusammen:
- Ein Fragenkomplex mit anwendungsbezogenen Übungsaufgaben zur Wertstromanalyse/Just-in-Time, zur Ereignisgesteuerten Prozesskette oder zur statistischen Prozessregelung (in der Wiederholungsfragenliste in braunrot und kursiv ausgewiesene Punkte). Diese Aufgaben sind ähnlich aufgebaut wie die in Vorlesung und Übung behandelten Beispiele.
- Ein Fragenkomplex mit offenen Wissensfragen aus den Kapiteln 1 bis 11 der Vorlesung.
- Ein Fragenkomplex mit offenen Wissensfragen aus dem Bereich Change Management (Kapitel 12) der Vorlesung.
Neu: Als Beispiele können im folgenden die Klausuren aus dem WS 2010/11 herunter geladen werden:
- Klausur vom Februar 2011
Lösungshinweise zu Frage 3: a) Prozessmittellage = 8,196 Prozessstreuung (Sigma) = 0,02817 b) Prozesslage: UEG/OEG=8,15...8,242, Prozessstreuung: UEG=0, OEG=0,132 c) cp = 1,48, cpk = 1,43 (beide Werte zwar größer 1,33, aber ungenügender Stichprobenumfang) d) Min. Fertigungstoleranz = 8,2 +/- 0,145
- Klausur vom April 2011
Lösungshinweise zu Frage 3: a) Prozessmittellage = 17,3809, Prozessstreuung (Sigma) = 0,01115 b) cp = 1,495, cpk = 1,467 (beide Werte größer 1,33 und Langzeituntersuchung liegt vor) c) UT=17,324, OT=17,436 d) Prozesslage: UEG/OEG=17,364...17,398, Prozessstreuung: UEG=0, OEG=0,0524
Hilfsmittel
Als Hilfsmittel darf in der Klausur eine selbsterstellte Formelsammlung im Umfang von einer DIN-A4-Seite verwendet werden.
Wiederholungsfragen zur Prüfungsvorbereitung
Die folgende Fragenliste enthält einen Überblick über die prüfungsrelevanten Fragestellungen. Die Liste wird im Laufe des WS 2011/2012 aktualisiert, so dass sie am Ende des Semesters in vollständiger Form vorliegt. Außerdem wird am Ende des Semesters noch eine Eingrenzung der prüfungsrelevanten Gebiete vorgenommen. Themengebiete, die in der dann als "final" gekennzeichneten Liste nicht angesprochen werden, gehören nicht zu den Kernlehrzielen der Vorlesung und werden in der Prüfung nicht abgefragt.
1. Einführung: Warum Prozessmanagement?
- Was versteht man unter Prozessmanagement bzw. Geschäftsprozessmanagement? Welche Ziele verfolgen Unternehmen, wenn Sie Prozessmanagement betreiben?
- Grenzen Sie die Begriffe Prozess, Prozesskette, Geschäftsprozess und Wertschöpfungskette gegenseitig voneinander ab.
- Im Prozessmanagement wird häufig zwischen Geschäftsprozessen, Managementprozessen und Supportprozessen unterschieden. Welche Hauptmerkmale weisen diese drei Prozessarten auf? Geben Sie dafür jeweils einige Beispiele an?
- Geben Sie einen Überblick über Ziele, Philosophie und Teilbereiche der Qualitäts-Trilogie nach Juran.
2. Toyota-Produktionssystem
- Geben Sie einen Überblick über Ursprung, Ziele und Hauptelemente des Toyota-Produktionssystems
- Erläutern Sie folgende Begriffe aus dem Toyota-Produktionssystem:
- "Drei M"
- 8 Verschwendungsarten
- TPM, incl. der "Fünf S" und Selbstprüfung
- One-Piece-Flow-Prinzip
- Produktionsnivellierung ("Heijunka")
- Mehrprozessbedienung
- Poka Yoke
- Visuelles Management
3. Just-in-Time / Kanban
- Was heißt Just-in-Time? Welche Ziele und Vorteile sind damit verbunden?
- Was versteht man in diesem Zusammenhang unter "Pull-Prinzip" und "Push-Prinzip"?
- Was sind Kanban-Karten? Geben Sie einen Überblick über die Art und Weise von deren Einsatz. Erläutern Sie hierbei auch das Prinzip des "Supermarkts".
- Geben Sie einen Überblick über die Möglichkeiten zur IT-Unterstützung von Kanban-Systemen.
- An welche Voraussetzung ist Kanban/Just-in-Time gebunden? Erläutern Sie in diesem Zusammenhang insbesondere folgende Konzepte und stellen dabei Querbezüge zu anderen Elementen des Prozessmanagements her:
- Systematische Fehlerbeseitigung
- U-förmiges Prozess-Layout ("Fertigungszellen")
- Werkzeugwechsel (SMED)
- Flexible Maschinenlaufzeiten
- Die Kanban-Kartenzahl und die Kanban-Bestände sollten mit Hilfe einer Formelsammlung für einfachere Fragen bestimmt werden können.
4. Kaizen/KVP
- Was versteht man unter "Kaizen"? Grenzen Sie Kaizen von Innovation und Standardisierung ab. Durch welchen Hauptpunkt unterscheidet sich Kaizen von anderen Ansätzen des Prozessmanagements, wie z.B. Business Process Reengineering?
- Geben Sie einen Überblick über die Bestandteilen von Kaizen/KVP-Programmen.
- Was macht das Besondere von Kaizen-Vorschlagssystemen im Vergleich zum traditionellen betriebliche Vorschlagswesen aus?
- Erläutern Sie anhand einiger Beispiele Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Kaizen-Basisgruppen und Kaizen-Fachgruppen.
- Erläutern Sie den PDCA-Zyklus.
- Was versteht man unter den "Sieben statistischen Werkzeugen"? Kurzer Überblick dazu, insbesondere Ishikawa-Diagramm mit Fehlersammelliste und Pareto-Diagramm?
- Was versteht man unter den "Sieben Management-Werkzeugen"? Kurzer Überblick dazu?
5. Wertstromanalyse
- Was versteht man unter einer Wertstromanalyse? Was sind deren Hauptvorteile gegenüber anderen Methoden der Prozessanalyse und -Modellierung?
- Skizzieren Sie den Aufbau eines Wertstrom-Diagramms und dessen wichtigste Symbole.
- Erläutern Sie Vorgehensweise und Prinzipien bei der Durchführung einer Wertstromaufnahme.
- Welche Rolle spielt die Produktfamilienbildung für die Wertstromanalyse (und für die Einrichtung von Fertigungszellen, siehe auch Kapitel "Just-in-Time")?
- Wie geht man bei der Bildung von Produktfamilien vor? Welche Anforderungen sind von Produktfamilien bei den Zykluszeiten anzustreben?
- Was versteht man unter dem "Kundentakt" und einem "Taktabstimmungsdiagramm"? Skizzieren Sie dessen Aufbau und Anwendung.
- Für ein einfaches Beispiel sollten Sie in der Lage sein, aus einer Produkt-Prozess-Matrix und einer Übersicht der zugehörigen Zykluszeiten einen Vorschlag zur Produktfamilienbildung abzuleiten.
- Für ein einfaches Beispiel aus dem Fertigungsbereich sollten Sie in der Lage sein, ein Wertstromdiagramm und ein Taktabstimmungsdiagramm zu entwerfen, zu interpretieren und auszuwerten.
6. Prozessmodellierung
- Erläutern Sie Ablauf und Arbeitsschritte der Prozessmodellierung
- Was versteht man unter einer ereignisgesteuerten Prozesskette? Skizzieren Sie deren Aufbau und wichtigsten Symbole.
- Erläutern Sie die Unterschiede zwischen der einfachen und der erweiterten ereignisgesteuerten Prozesskette.
- Worin bestehen die wichtigsten Unterschiede zwischen der EPK-Notation und der BPMN-Notation?
- Für ein einfaches Beispiel sollten Sie in der Lage sein, ein Diagramm mit einer erweiterten ereignisgesteuerten Prozesskette zu erstellen, auszuwerten und zu interpretieren.
7. Gestaltung und Reengineering von Prozesslandschaften
- Grenzen Sie die Begriffe Geschäftsprozessmanagement, Business Process Reengineering und Benchmarking voneinander ab.
- Geben Sie einen Überblick über die Vorgehensweise / Hauptschritte des Prozessmanagements bzw. Process Reengineering.
- Erläutern Sie die grundsätzliche Vorgehensweise bei der Identifikation und Priorisierung von Geschäftsprozessen.
- Welche Bedeutung haben Geschäftsprozessmodelle bei der Geschäftsprozess-Identifikation? Welche Arten von Geschäftsprozessmodellen lassen sich unterscheiden?
- Geben Sie einen Überblick über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Ablaufstruktur von Geschäftsprozessen (Regel 3)
- Erläutern Sie den Begriff Benchmarking, insbesondere das "Best-Practice-Benchmarking" und dessen Vorgehensweise.
- Was versteht man unter einer "Prozesslandkarte"? Skizzieren Sie deren grundsätzlichen Aufbau.
- Was versteht man unter einem "PO-Diagramm" und dem gleichartigen "Prozessplan" (Kapitel 6)? Skizzieren Sie deren grundsätzlichen Aufbau.
8. Statistische Prozessregelung
- Was versteht man unter Natürlicher Streuung sowie unter systematischen und unter speziellen Prozesseinflüssen? Welche Bedeutung hat diese Unterscheidung für das Prozessmanagement.
- Skizzieren und erläutern Sie Aufbau und Anwendung von Prozessregelkarten. Welche Rolle spielt dabei die sogenannte "Vorlaufuntersuchung"?
- Worin besteht der Unterschied zwischen den Prozessfähigkeitskennweren cp und cpk. Erläutern Sie diese Unterschiede mit Hilfe einer Grafik.
- Welche unterschiedlichen Anforderungen stellen Maschinenfähigkeit, Prozesspotenzial und Prozessfähigkeit an die Stichprobenerhebung?
- Geben Sie einen Überblick über die wichtigsten Arten von Regelkarten und deren Einsatzschwerpunkte?
- Was versteht man unter "Run", "Trend", "Middle Third" und "Periode"?
- Für eine vorgegebene kleine Stichprobenreihe sollten Sie mit Hilfe einer Formelsammlung in der Lage sein, die Prozessfähigkeiten sowie die Warn- und Eingriffsgrenzen für stückbezogene Prozesse zu bestimmen und den Verlauf von Regelkarten zu interpretieren.
9. Statistische Versuchsmethodik
- Wann und wozu wird die statistische Versuchsmethodik eingesetzt? Welche Prozesskenngrößen werden dabei unterschieden?
- Geben Sie einen Überblick über die verschiedenen Verfahren der Versuchsplanung.
- Erläutern Sie den Aufbau einfaktorieller, vollfaktorieller und teilfaktorieller Versuchspläne und deren Unterschiede.
- Zur Auswertung von klassischen Versuchen benutzt man das Effektdiagramm. Skizzieren Sie dessen Aufbau. Wie wird es aus den Versuchsergebnissen abgeleitet und wie wird es interpretiert?
- Erläutern Sie Ziel und Vorgehensweise der Versuchsplanung nach Shainin. Wie wird dabei versucht die Anzahl potenzieller Einflussgrößen zu reduzieren?
- Skizzieren und erläutern Sie insbesondere die Anwendung der "Variablensuche" als Kernelement der Methodik von Shainin.
10. Produkt- und Prozessplanung
- Kapitel 10 wurde im WS 2011/2012 nicht behandelt und ist nicht klausurrelevant
11. Six Sigma
- Geben Sie einen Überblick über Ursprung, Hauptmerkmale und Rahmenkonzept des Six-Sigma-Ansatzes.
- Vergleichen Sie grundsätzliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Ansätzen Kaizen/KVP, Business Process Reengineering und Six Sigma.
- Skizzieren und erläutern Sie die Grundüberlegungen, mit denen beim Six-Sigma-Ansatz die Prozessgrenzen abgeleitet werden.
- Für Verbesserungen wird im Six-Sigma-Ansatz der DMAIC-Zyklus genutzt. Erläutern Sie diesen Ansatz und geben einen Überblick über dessen wichtigste methodische Instrumente sowie die Unterschiede zwischen DMAIC und PDCA.
- Was versteht man im Six-Sigma-Messsystem unter den Begriffen Dpmo und CTQ? Geben Sie einen groben Überblick über deren Ermittlung?
- Erläutern Sie die Zielsetzung einer SIPOC-Analyse und den Aufbau eines SIPOC-Diagramms
12. Change Management
- Was versteht man unter den Begriffen "Wandel 1. Ordnung" und "Wandel 2. Ordnung"? Erläutern Sie die Hauptmerkmale dieser beiden Arten des Wandels und geben Sie dafür jeweils einige Beispiele.
- Erläutern Sie den Begriff Change Management und dessen Hauptmerkmale.
- An Veränderungen können Mitarbeiter in unterschiedlichem Umfang beteiligt werden. Erläutern Sie die Erfolgswirkungen der verschiedenen Partizipationsgrade.
- Geben Sie einen Überblick über die zu erwartenden Widerstände in Veränderungsprojekten und die verschiedenen Möglichkeiten zu deren Überwindung.
- Was versteht man bei der Organisationsentwicklung unter den Begriffen Change Agent, Machtpromotor, Fachpromotor und Prozesspromotor.
- Erläutern Sie das 3-Phasen-Modell der Organisationsentwicklung nach Lewin und geben einen Überblick über die dabei eingesetzten Maßnahmen.
- Erläutern Sie die vier verschiedenen Ansätze des Change Managements.
- Wodurch unterscheiden sich Organisationsgestaltung, Organisationsentwicklung und Organisationstransformation?
- Geben Sie einen Überblick über die Wirkungszusammenhänge bei der Organisationstransformation und den grundsätzlichen Ablauf von Organisationstransformationsprojekten.
- Zur Mobilisierung von Führungskräften und Mitarbeitern werden in Organisationstransformationsprozessen häufig mehrtägige Workshops durchgeführt. Geben Sie einen Überblick über die Struktur solcher Wandel-Workshops.
- Nach welchen beiden wichtigen Dimensionen können die Kommunikationsmethoden und -instrumente in Veränderungsprojekten eingeordnet werden? Beispiele für einige bekannte Kommunikationsinstrumente und deren Einordnung?
- Geben Sie einen Überblick und erläutern Sie kurz die typischen Arbeitspakete eines Change Managers bei Veränderungsprojekten?
Die folgenden Fragen wurden gestrichen:
- Bei der Einführung von Prozessmanagement und/oder von Six Sigma wird zwischen Einführung als (a) Unternehmensweite Strategie, (b) Verbesserungsprogramm und (c) Toolbox unterschieden. Erläutern Sie diese drei Varianten und deren wesentlichen Merkmale.
- Geben Sie eine Überblick über den Ablauf bei der Einführung von Prozessmanagement im Unternehmen, speziell für Six-Sigma-Programme. Welche Bedeutung hat dabei das Change Management. (siehe auch Kapitel 11).
- Im Six-Sigma-Konzept unterscheidet man zwischen Yellow Belt, Green Belt, Black Belt und Master Black Belt. Erläutern Sie diese verschiedenen Rollen und deren Hauptaufgaben (siehe auch Kapitel 11).
- Bei Veränderungsprojekten spielen Schulungsmaßnahmen eine große Rolle. Geben Sie anhand des Six-Sigma-Konzepts einen Überblick über derartige Schulungsprogramme.
Zuletzt geändert am 27. Januar 2012
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Sprechstunde im SS 2012
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