Projekt Wirtschaft (WIng Bachelor)

Projekt im SS 2014: Shopfloor Management (SFM)

Projekt Wirtschaft (WIng Bachelor)

Projekt im SS 2014: Shopfloor Management (SFM)

Problemstellung

Beispiel: Shopfloor Meeting bei Volkswagen (Foto: Volkswagen) Beispiel: Shopfloor Meeting bei Volkswagen (Foto: Volkswagen) Beispiel: Shopfloor Meeting bei Volkswagen (Foto: Volkswagen)

Shopfloor Management (SFM) ist eine Führungskonzeption, mit der Führungskräfte und Mitarbeiter vor Ort ("Shopfloor") auf die Optimierung von Wertschöpfungsprozessen ausgerichtet werden und so insbesondere die Erarbeitung und Umsetzung von Problemlösungen beschleunigt werden sollen. Hauptelemente von SFM sind:

  1. Schaffung von Transparenz durch Visualisierung von Prozess-Kennzahlen auf Shopfloor-Tafeln
  2. Organisation der Zusammenarbeit durch regelmäßige Vor-Ort-Gesprächsrunden
  3. Strukturierte Vorgehensweise zur gemeinsamen Problemlösung

SFM ist ganzheitlich angelegt. Alle Hierarchieebenen sind eingebunden. Mitarbeiter und Führungskraft können auf den Shopfloor-Tafeln jederzeit den Zustand in der Produktion oder in anderen Bereichen sehen und Abweichungen vom Sollzustand erkennen. Dies ermöglicht allen Beteiligten ein vorbeugendes Handeln und steigert dadurch Leistung und Motivation der Mitarbeiter. Für die Mitarbeiter ergibt sich durch die regelmäßigen Shopfloor-Meetings mit Führungskräften die Möglichkeit, direkt an diese zu berichten und gegebenenfalls schwerwiegende Probleme zu eskalieren.

SFM wurde in seinen Grundzügen bereits vor rund 20 Jahren in Japan entwickelt, verbreitet sich in Deutschland aber erst seit etwa fünf bis zehn Jahren, hauptsächlich im industriellen Bereich. Neben der Fertigung finden sich Prinzipien und Elemente des SFM in ähnlicher Form auch im agilen Projektmanagement.

Trotz der hohen Beachtung in der Praxis liegen zu Shopfloor Management bisher nur unzureichende Lehr- und Fachbücher und so gut wie keine wissenschaftlichen Veröffentlichungen vor.

Projektziele

  1. Als Hauptziel des Projekts soll ein Manual zu Grundlagen, Anwendung, Vorgehensweise und Methoden des Shopfloor Managements erarbeitet werden, das sowohl für die Lehre an der Hochschule als auch für den betrieblichen Einsatz geeignet ist und alle relevanten Aspekte des SFM umfasst. Aufbauend auf den Standard-Vorgehensweisen sollen hierbei auch Erkenntnisse aus führenden Anwenderunternehmen berücksichtigt werden sowie ein Ausblick auf die künftige Weiterentwicklung von SFM gegeben werden.
  2. Die Ergebnisse des Projekts sind außerdem in einer etwa 60 minütigen Endpräsentation vorzustellen und in der anschließenden Diskussion zu vertreten.
  3. Der Verlauf der Projektarbeit ist in einer gesonderten Verlaufsdokumentation zu belegen (Sitzungsprotokolle, Arbeitsorganisation/-verteilung, Arbeitsaufwand, Interviewprotokolle, Lessons Learned).
  4. Als wichtiges Nebenziel des Projekts sind hierbei insbesondere die Erfahrungen mit den beiden folgenden, im Projekt anzuwendenden Dokumentations- und Forschungsmethoden auszuwerten und als Empfehlungen für künftige Studienprojekte zu dokumentieren.

Der Projektbericht ist in Form einer Folien-Dokumentation auszuarbeiten (nicht zu verwechseln mit einer Folien-Präsentation). Hierbei kann auf ein Manual und Dokumentvorlagen zu "Slidedocs" von Nancy Duarte (führende amerikanische Präsentationsberaterin) zurück gegriffen werden:

Da im Projekt die neuesten Entwicklungen berücksichtugt werden sollen, haben Recherchen und Befragungen von Experten und führenden Anwendern eine hohe Bedeutung. Als Vorgehensweise sollen hierzu Methoden der Innovationsmarktforschung ("Lead-User-Methode") auf eine Projektarbeit aus dem Managementbereich übertragen und angewandt werden. Anleitungen hierzu siehe:

Lernziele für die Teilnehmer

  • Erweiterung der Kenntnisse im Prozess-, Change- und Projektmanagement, insbesondere in den Bereichen Lean Management und agiles Management
  • Theoretische Vorbereitung auf ein BPP und eine praxisorientierte Bachelorarbeit in diesen Bereichen
  • Erfahrungen im Bereich wissenschaftlicher Recherchen und Übertragung von Methoden der Innovationsmarktforschung auf wissenschaftliche Recherchen im Organisationsbereich
  • Erfahrung in professionellen Darstellungs- und Präsentationstechniken, wie sie insbesondere in der Unternehmensberatung üblich sind
  • Praktische Erfahrungen mit Projektmanagementmethoden und Projektorganisation in einem größeren Studienprojekt sammeln, insbesondere zu den erforderlichen Abstimmungsprozessen zwischen mehreren miteinander verknüpften Teilprojekten

Vorgehensweise

Zu Semesterbeginn erfolgt eine Einführung in Projektziele, -aufgaben sowie Methoden und Stand des Wissens zum Shopfloor Management. Hierbei werden die Projektziele in kleinere Arbeitspakete gegliedert, die jeweils von 2 bis 4 Personen in regelmäßiger Abstimmung mit den anderen Teilprojektteams, der Projektleitung und dem Betreuer bearbeitet werden. Jeder Projektteilnehmer arbeitet hierbei an zwei Arbeitspaketen mit, einem inhaltlichen Arbeitspaket und einer Querschnittsaufgabe.

Vorläufig geplante inhaltliche Arbeitspakete

  1. SFM-Definitionen, Verbreitung, Trends, Erfolgsfaktoren und Checklisten
  2. Lean Management Methoden im SFM (TPM, 5S, KVP, Standardisierung, PDCA)
  3. Kennzahlen für das SFM (Key Performance Indicators KPI)
  4. SF-Visualisierung und Shopfloor-Tafeln
  5. SF-Meetings und SF-Kommunikationskaskade, SFM-Führungsaufgaben und SFM-Teamleiter
  6. Betriebliche Einführung von SFM (Change Management)
  7. SFM im IT-Projektmanagement ("Agiles Projektmanagement"): Scrum, Kanban
  8. SFM im Projektmanagement (außerhalb der IT): Lean Development

Querschnittsaufgaben

  1. Projektleitung und Projektcontrolling, Endpräsentation (Koordination)
  2. Formatvorlage und Redaktion Projektdokumentation (einschließlich Qualitätssicherung), IT-Plattform zur Projektbearbeitung
  3. Vorbereitung und Durchführung Endpräsentation
  4. Organisation und Auswertung Experten-/Anwenderbefragung
  5. Erfahrungssicherung/Lessons Learned, Sitzungsprotokolle

Darüber hinaus wird erwartet, dass sich jeder Projektteilnehmer aktiv an der Befragung (als Interviewer, Beobachter oder Protokollant) sowie an der Auswertung und Zusammenfassung der Projektergebnisse beteiligt und im Bedarfsfall bereit ist, andere Teilprojektteams zu unterstützen, insbesondere in der Endphase des Projekts.

Zur Vorgehensweise und den Anforderungen des Projekts siehe auch die Nachbarseiten zu Projektrichtlinien, Hilfsmitteln und Notenfindung sowie die dort zu findenden Berichte anderer Projektteams aus den vergangenen Jahren.

Zeitplan

Das Projekt wird so organisiert, dass die Bearbeitung Ende Juni mit der Abschlusspräsentation und der Abgabe der Projektdokumentation abgeschlossen ist. Dies setzt vorau, dass die Teilnehmer die im folgenden genannten Zwischentermine einhalten und dazu definierte Arbeiten sachgerecht durchführen. Die Projekttreffen finden dazu jeweils Donnerstags im 1. und 2. Block in Raum C10/06.02 (Darmstadt) gemäß folgendem vorläufigen Zeitplan statt:

  • 03.04.: Projektstrukturierung und Arbeitspaketverteilung
  • 10.04.: Arbeitspaketbeschreibungen und Aufgabenverteilung im Teilteam, Sammlung von Trends zum SFM
  • 24.04.: Vorbereitung Experten/Anwenderberfagungen (Zusammenstellung SFM-Experten und Anwender, Gesprächsleitfaden)
  • 08.05.: Durchsprache geplante Foliensatzgliederung (Folienüberschriften), Erste Experten-Interviews
  • 15.05.: Vorstellung/Durchsprache Arbeitspakete 1 bis 4
  • 22.05.: Vorstellung/Durchsprache Arbeitspakete 5 bis 8
  • 05.06.: Vorstellung/Durchsprache Befragungsergebnisse, Vorgaben und Strukturierung für die Enddokumentation
  • 12.06.: Vorstellung/Durchsprache Lessons Learned, Rückfragen zur Endpräsentation
  • 26.06.: Endpräsentation
  • NN (bis 01.07.): Abgabe vollständige Projektdokumentation
  • NN (bis 18.07.): Feedbackgespräch und Benotung (Teilnahme optional)

An den genannten Terminen besteht Präsenzpflicht. Das Projekt ist mit 5 CP ausgewiesen, d.h. Arbeitsumfang i.d.R. bis zu 150 Stunden pro Teilnehmer.

Anmeldung

Die verbindliche Anmeldung zum Projekt erfolgt persönlich in der gemeinsamen Informationsveranstaltung aller Dozenten zum Projekt Wirtschaft am Do den 27. März 2014, 11:00 Uhr, Raum F14/021 (Campus Dieburg).

Eine Vorabregistrierung ist nicht möglich. Im Falle einer Überbelegung werden die verfügbaren Projektplätze unter den anwesenden Anmeldern ausgelost.

Orientierungsinfos zu SFM

Die folgenden Dokumente dienen zu einer ersten Orientierung und sollten von den Teilnehmern bis zur ersten Projektsitzung am 03.04. durchgearbeitet werden:


Video: Umsetzungsbeispiel zum Shopfloor Management